Wie werden Reisende ihre Aufenthalte im Jahr 2027 gestalten? Der Bericht The Great Rebalance von Hilton liefert dazu verschiedene Erkenntnisse. Die am 29. September 2026 veröffentlichte Studie basiert auf einer Befragung von 14.744 Reisenden aus 14 Ländern. Sie zeigt, dass sich die Erwartungen verändern: Anstatt den perfekten Urlaub planen zu wollen, legen Reisende zunehmend Wert auf persönliche Vorlieben, Wohlbefinden und Erlebnisse, die ihnen wichtig sind. Fünf Trends stehen dabei im Mittelpunkt: eine flexiblere Reiseplanung, die Bedeutung persönlicher Empfehlungen, die Entdeckung neuer Interessen, Wellness und der Wunsch, auch kürzere Aufenthalte optimal zu nutzen.
Die Organisation einer Reise kann mit zahlreichen Erwartungen verbunden sein. Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten besuchen, jeden Tag mit Aktivitäten füllen oder die Wünsche aller Mitreisenden berücksichtigen – all das kann die Planung anspruchsvoll machen. Laut der Hilton-Studie empfinden 54 % der Befragten einen gewissen Druck, den perfekten Urlaub zu gestalten. Ein flexiblerer Ansatz gewinnt deshalb an Bedeutung und lässt mehr Raum für individuelle Wünsche und weniger strukturierte Reisepläne. Auch die sozialen Aspekte des Reisens verändern sich: Knapp ein Drittel der Befragten gibt an, allein gereist zu sein, um Freunde oder Familienmitglieder am Reiseziel zu treffen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Menschen ihren Aufenthalt zunehmend entsprechend ihrer persönlichen Lebenssituation gestalten, anstatt einem einheitlichen Idealbild des Urlaubs zu folgen.
Digitale Anwendungen und künstliche Intelligenz verändern die Art und Weise, wie Reisende Informationen suchen und ihre Aufenthalte organisieren. Der leichtere Zugang zu Informationen ersetzt jedoch nicht das Bedürfnis nach verlässlicher Beratung. Laut Hilton vertrauen 70 % der Reisenden dem Hotelpersonal als Informationsquelle für ihre Reiseplanung. Empfehlungen von vertrauenswürdigen Personen bleiben somit ein wichtiger Faktor bei Entscheidungen, auch wenn Informationen online leicht verfügbar sind. Darüber hinaus spielt die Kundenbindung eine Rolle: 50 % der Befragten geben an, Empfehlungen von Personen mit einem höheren Treuestatus eher zu vertrauen. Für die Hotellerie unterstreicht dies die Bedeutung einer Verbindung aus digitalen Möglichkeiten, persönlicher Betreuung und zuverlässiger Beratung.
Eine Reise bietet auch die Möglichkeit, Aktivitäten und Interessen kennenzulernen, für die im Alltag möglicherweise wenig Zeit bleibt. Laut Hilton haben 76 % der Reisenden das Gefühl, dass eine geplante Reise ihnen etwas gibt, worauf sie sich freuen und hinarbeiten können. Gleichzeitig berichten 42 %, durch das Reisen neue Interessen oder Leidenschaften entdeckt zu haben. Dazu gehören beispielsweise die Begegnung mit lokalen Traditionen, das Kennenlernen einer anderen Kultur oder das Ausprobieren einer neuen Aktivität. Reisen erfüllt damit eine Funktion, die über eine Pause vom Alltag hinausgeht. Die dabei gemachten Erfahrungen können auch nach der Rückkehr neue Interessen prägen und dazu beitragen, dass bestimmte Aktivitäten langfristig Teil des eigenen Lebens werden.
Wellness bleibt ein bedeutender Bestandteil des Reisens, wird jedoch individuell unterschiedlich verstanden. Laut der Hilton-Studie suchen 65 % der Reisenden gezielt nach Erlebnissen, die ihnen helfen, sich zu entspannen und neue Energie zu gewinnen. Weitere 76 % sind der Ansicht, dass sie auf Reisen mental und körperlich neue Kraft schöpfen können, was ihnen zu Hause schwerer fällt. Auch die Natur spielt dabei eine wichtige Rolle: 79 % betrachten frische Luft und Aktivitäten im Freien als wesentliche Voraussetzungen für Erholung während einer Reise. Diese Ergebnisse zeigen das Interesse an Erlebnissen, die Abstand vom Alltag ermöglichen und die bewusste Wahrnehmung der Umgebung fördern. Wellness kann deshalb unterschiedliche Formen annehmen – vom Aufenthalt in der Natur bis hin zu Aktivitäten, die eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Reiseziel ermöglichen.
Auch die verfügbare Zeit beeinflusst das Reiseverhalten. Anstatt auf die Gelegenheit für einen längeren Urlaub zu warten, entscheiden sich Reisende teilweise für kürzere und häufigere Aufenthalte, die sich besser mit ihrem Alltag vereinbaren lassen. Laut Hilton planen 67 % der Befragten gerne Reisen, bei denen sie innerhalb kurzer Zeit viel erleben können. Gleichzeitig bevorzugen 63 % eine zentral gelegene Unterkunft mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung. Was als Kurzreise gilt, unterscheidet sich allerdings je nach Land und Reisegewohnheiten. Die Ergebnisse verdeutlichen dennoch, wie wichtig es ist, die verfügbare Zeit sinnvoll zu nutzen. Die Wahl des Reiseziels, der Unterkunft und der Aktivitäten beeinflusst, welche Erfahrungen innerhalb eines kurzen Aufenthalts möglich sind.
Der Hilton-Bericht für 2027 zeigt eine zunehmend individuelle Herangehensweise an das Reisen. Flexibilität, vertrauenswürdige Empfehlungen, persönliche Entdeckungen, Wellness und kürzere Aufenthalte spiegeln unterschiedliche Vorstellungen davon wider, was eine Reise besonders wertvoll macht. Dabei geht es nicht um ein einheitliches Modell, sondern um Erlebnisse, die zu den eigenen Wünschen und Lebensumständen passen. Für die Luxusreisebranche liefern diese Erkenntnisse wichtige Hinweise auf sich verändernde Erwartungen. Sie verdeutlichen vor allem, dass Reisende unterschiedliche Bedürfnisse haben und eine individuelle Betreuung deshalb weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Quelle: Hilton, The Great Rebalance: Hilton’s 2027 Trends Report, veröffentlicht am 29. September 2026.
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