Vom 21. bis 26. April 2026 findet in Mailand die 64. Ausgabe des Salone del Mobile statt. Die Messe bestätigt erneut ihre Rolle als internationaler Referenzpunkt für Design, wobei der Fokus zunehmend über reine Objektpräsentation hinausgeht und sich auf die Gestaltung von Räumen, Nutzungen und Systemen richtet.
Fokus auf Materialität und intelligente Werkstoffe
Das Thema „A Matter of Salone“ steht für einen klaren Wandel hin zu materialbasiertem Design. Im Zentrum steht nicht mehr nur die Form, sondern das Verhalten und die Leistungsfähigkeit von Materialien über Zeit hinweg. Holz bleibt ein zentrales Element und wird häufig mit biobasierten Komponenten aus zirkulären Produktionsprozessen kombiniert.
Materialien werden zunehmend als aktive Bestandteile von Innenräumen verstanden. Einige Oberflächen sind darauf ausgelegt, Temperatur zu regulieren, die Luftqualität zu verbessern oder auf Umweltbedingungen zu reagieren. Funktionale Eigenschaften werden direkt in die Struktur integriert, wodurch sichtbare technische Systeme reduziert werden.
Flexible und adaptive Raumkonzepte
Veränderte Lebens- und Arbeitsweisen prägen die Gestaltung moderner Innenräume. Das 2026 präsentierte Mobiliar ist stark modular aufgebaut und für unterschiedliche Nutzungsszenarien konzipiert.
Ein und derselbe Raum kann im Laufe des Tages als Arbeitsumgebung, Empfangsbereich oder Ruhezone dienen. Die entsprechenden Anpassungen erfolgen über integrierte, diskrete Mechanismen, die auf fließende Übergänge statt auf feste Funktionen ausgelegt sind.
EuroCucina: vollständige Integration von Technologie
EuroCucina zeigt eine weitere Annäherung zwischen Küchenarchitektur und Technologie. Geräte werden zunehmend in durchgängige Oberflächen integriert, wodurch visuelle Unterbrechungen verschwinden.
Die Bedienung verlagert sich von klassischen Interfaces hin zu Sprach- und Gestensteuerung. Künstliche Intelligenz unterstützt alltägliche Prozesse wie Zubereitung, Planung und Ressourcenmanagement, während Bildschirme weitgehend in den Hintergrund treten.
Der FTK-Bereich betont die Idee der Selbstversorgung. In Küchenmöbel integrierte Indoor-Anbausysteme ermöglichen hydroponischen Anbau im Wohnraum und reduzieren damit Abhängigkeiten von externen Lieferketten.
Badezimmer als Wellness- und Rückzugsräume
Die International Bathroom Exhibition zeigt das Badezimmer als ganzheitlichen Wellnessraum. Neben Funktionalität rücken sensorische und gesundheitliche Aspekte in den Vordergrund.
Ein Schwerpunkt liegt auf wassersparenden Technologien, die den Verbrauch deutlich reduzieren, ohne den Komfort zu beeinträchtigen. Lichtsysteme passen sich dem biologischen Rhythmus der Nutzer an und beeinflussen Wohlbefinden und Wahrnehmung von Zeit.
Materialien orientieren sich an natürlichen, mineralischen Oberflächen und schaffen eine ruhige, nahezu spaartige Atmosphäre.
Fuorisalone: Design in der ganzen Stadt
Parallel zur Messe in Rho Fiera wird Mailand durch den Fuorisalone zu einer offenen Designlandschaft. Verschiedene Stadtviertel entwickeln dabei eigene thematische Schwerpunkte.
Brera bleibt das prestigeträchtigste Viertel mit immersiven Installationen und Kooperationen zwischen Luxusmarken und Industriedesignern. Der Schwerpunkt liegt auf erlebnisorientierten Konzepten, bei denen Besucher aktiv eingebunden werden.
Isola etabliert sich als Zentrum für experimentelles und zirkuläres Design. Häufig kommen Recyclingmaterialien sowie großformatiger 3D-Druck zum Einsatz.
Porta Venezia konzentriert sich auf inklusives Design mit Fokus auf Barrierefreiheit, sensorische Wahrnehmung und unterschiedliche kognitive Bedürfnisse.
Praktische Informationen
Hauptveranstaltungsort ist die Messe Rho Fiera Milano, erreichbar über die Metro-Linie M1 vom Stadtzentrum aus. Die ersten Tage sind Fachbesuchern vorbehalten, bevor die Messe am Wochenende für die Öffentlichkeit öffnet.
Der Salone del Mobile 2026 zeigt deutlich die Richtung der Branche: Design wird zunehmend funktional, adaptiv und eng mit technologischen sowie ökologischen Systemen verknüpft.duziert.
Das Badezimmer befreit sich von seiner rein utilitaristischen Funktion und wird zu einem Heiligtum für ganzheitliche Gesundheit. Die Aussteller von 2026 zeigen hocheffiziente Wassermanagementsysteme, die den Verbrauch um 40 % senken können, ohne den Komfort einzuschränken. Die Ästhetik ist vom Thermalismus inspiriert, mit rohen mineralischen Texturen und zirkadianem Licht, das sich dem biologischen Rhythmus des Nutzers anpasst.
Wenn Rho Fiera das Gehirn der Messe ist, dann ist der Fuorisalone ihre Seele. Im Jahr 2026 strukturieren sich die Routen der Stadt um große Reflexionszentren.
Das historische Viertel Brera bleibt das prestigeträchtigste. In diesem Jahr ermutigt das Thema Be the Project die Besucher, mit Installationen zu interagieren. Versteckte Palazzi öffnen ihre Türen, um Kooperationen zwischen großen Modehäusern und Industriedesignern zu zeigen, was die wachsende Durchlässigkeit zwischen Luxus und Innenarchitektur verdeutlicht.
Isola bestätigt seinen Status als Viertel für aufstrebendes und zirkuläres Design. Hier findet man junge Talente, die an großflächigem 3D-Druck aus Meeresabfällen arbeiten. Porta Venezia wiederum erkundet inklusives Design mit Ausstellungen zu universeller Barrierefreiheit und sensorischem Design für neuroatypische Menschen.
Um diese intensive Woche voll auszuschöpfen, ist eine strikte Organisation der Logistik unerlässlich.
Das Nervenzentrum der Messe befindet sich in Rho Fiera. Der effizienteste Zugang ist die Metro M1 (rote Linie). Beachten Sie, dass das Messeticket oft die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs beinhaltet; prüfen Sie Ihre Optionen beim Online-Kauf. Die ersten drei Tage sind strikt Fachbesuchern, Einkäufern und Planern vorbehalten. Dies ist die ideale Zeit für Networking, bevor die Messe am Wochenende für die breite Öffentlichkeit öffnet und die Atmosphäre festlicher und familiärer wird.
Der Salone del Mobile 2026 beweist einmal mehr, dass Design das mächtigste Werkzeug ist, das wir haben, um eine erstrebenswerte Zukunft zu entwerfen und zu bauen.